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  1. Definition Produzentengalerie

Das Konzept einer Produzentengalerie besteht darin, dass sich etwa 10 Künstler zusammenfinden, um eine Galerie für die Vermarktung ihrer Bilder zu gründen. Jeder Künstler zahlt pro Jahr einen Betrag von 2.500.- EURO in eine gemeinsame Kasse, von der die Miete eines Galerielokales und die Anstellung eines Galeristen finanziert werden. Es gibt 10 Einzelausstellungen (für jeden beteiligten Künstler eine) pro Jahr sowie 2 Gemeinschaftsausstellungen. Das Modell der ProduzentenGalerie stellt insofern das übliche Modell einer Galerie auf den Kopf, als es die 10 kooperierenden Künstler sind, die die Identität und die Ausrichtung der Galerie bestimmen und der Galerist, der die Organisation sowie den Verkauf über hat, wird von den 10 Inhabern angestellt.

Ziel der Produzentengalerie ist es für die teilnehmenden Künstler am Kunstmarkt Präsenz zu erzeugen und sie bekannt zu machen. Dies erfolgt zum einen durch ein gutes „Branding“, welches aus einer guten Kooperation der 10 Künstler und Erarbeitung einer gemeinsamen Linie hervor gehen soll. Zum anderen ist die kontinuierliche Präsenz der 10 Künstler und das Einbringen aller sozialen und ökonomischen Kontakte dieser 10 Künstler in die Gemeinschaft, sowie das kontinuierliche Durchhalten über 2 Jahre hindurch Wesentlichkeit.

Deshalb ist auch die Befristung mit 2 Jahren erfahrungsgemäß angemessen, da es bis dahin gelingt, entweder den einen oder anderen Künstler der Künstlergemeinschaft von renommierteren Galerien übernommen zu werden, oder eigene Strategien zu entwickeln, oder auch die Produzentengalerie unter einem anderen Konzept als private Galerie im Üblichen Sinn einer Galerie weiter zu führen. Da sich diese Entwicklungsstränge nach einem Jahr, spätestens nach zwei Jahren klar herauskristallisieren kann man mit einer Limitierung dieses Modells nach zwei Jahren rechnen.

Aufgrund dieses Konzeptes ist das „Branding“ von besonderer Bedeutung und es hängt sehr viel davon ab in welcher gruppendynamischen Entwicklung es gelingt aus dem Zugzwang ein Wirken der 10 Künstler nicht nur eine Identität herzustellen, sondern auch die Eröffnungen und einzelnen Veranstaltungen der Galerie eventmäßig so attraktiv zu gestalten, dass im Laufe der Ausstellungen ein Außenbild entsteht, welches über den bisherigen Freundes- und Sammlerkreis der beteiligten Künstler hinaus wirksam ist.

Beim Verkauf von Kunstwerken erhält der Künstler selbst 50%, 25% erhält der Gallerist als Prämie für seine Verkaufsarbeit zusätzlich zu seinem Angestelltenhonorar und 25% fließt in die gemeinsame Galeriekasse, um den Jahresbeitrag von EUR 2.500.- aufzubessern und Reserven für Katalogdrucke, Aussendungen und sonstige Aufwendungen zu schaffen.

 

  1. Teilnahmekriterien

Die Frage „Heißt das, dass man für € 2.500.- eine einmonatige Ausstellung bekommt?“ ist eine wichtige Kontrollfrage zum Verständnis der Funktion und der Rolle einer Produzentengalerie. Da es viele Ausstellungsräumlichkeiten gibt in denen Künstler sich eine Ausstellung individuell organisieren können und dafür einen Mietbetrag bezahlen ist die Überlegung nahe liegend, dass im Falle der Produzentengalerie eine Ausstellung für einen Monat plus die anteilige Ausstellung in der Gemeinschaftsausstellung € 2.500.- kostet.

Die Zielsetzung der Produzentengalerie ist, dass es genau diese Gleichung nicht gibt.

  1. Erstens ist bei der Produzentengalerie jeder Künstler der hier teilnimmt, ein Künstler einer Galerie und wird von dieser Galerie und dessen Galeristen/In über den gesamten Zeitraum hin vertreten, also nicht nur während des einen Monats der Einzelausstellung, sondern über das gesamte Jahr hin. Das heißt, die Kunstwerke des Künstlers werden das ganze Jahr hindurch angeboten, es sind das ganze Jahr hindurch die entsprechenden Kontakte mit den Medien im Gange, und es werden das ganze Jahr hindurch Kontakte mit anderen Galeristen und Ausstellungen, gegebenenfalls auch Messeausstellungen gepflogen. Wie bei einer normalen Galerie, kann jeder Kunst- oder Kaufinteressierte jederzeit in die Galerie gehen und wird dort vom Galeristen über die Arbeiten des Künstlers informiert und hat die Möglichkeit Bilder sich anzusehen, sich über diese informieren zu können bzw. zu erwerben.
  2. Das Hauptziel der Produzentengalerie ist nicht die einzelne Ausstellung an sich, sondern ist, die Künstlergruppe marktpräsent zu machen. Deshalb ist es wesentlich, dass die Künstlergruppe gemeinsam eine Identität und eine medienwirksame Vermarktungsrolle entwickelt. Ziel der Produzentengalerie über die zwei Jahre hinweg ist es ausschließlich, einen Bekanntheitswert auf dem Kunstmarkt zu erreichen.
  3. Wesentliches Prinzip der Produzentengalerie ist auch das Zusammenführen sämtlicher Kontakte in einen Pool, sodass nicht nur Besucher und potentielle Käufer zu allen Ausstellungen von allen Künstlern kommen, sondern auch Kontakte zu den Medien und zu anderen Personen des öffentlichen Lebens, die für die Diskussion der Kunst von Bedeutung sind, von allen zusammengeführt werden und für das gemeinsame Projekt aktiviert werden können. Jeder dieser Kontakte ist für die einzelne Person nicht unbedingt mobilisierbar, für eine neue Künstlergruppe und ein neues Gruppenprojekt, möglicherweise sehr wohl.
  4. Künstler, die alleine ausstellen, die Ausstellungsräumlichkeiten anmieten, kommen auch nach Jahren oder Jahrzehnten an Ausstellungstätigkeiten normalerweise nicht über einen stagnierenden Besucher- und Kundenkreis hinaus. Ziel der Produzentengalerie ist es, über das gemeinsame Branding und Marktkonzept der Identitätsentwicklung eine Öffentlichkeitspräsenz zu erwirken und dadurch einen zuwachsenden Besucher- und Kundenkreis zu erhalten. Insofern ist die Schwelle von € 2.500.- auch eine Qualitätskontrolle, denn es geht nicht um die Bezahlung eines Ausstellungsraumes, sondern es geht um die Entwicklung einer gemeinsamen Marktstrategie.

 

  1. Antrag zur Teilnahme

Bei Interesse bitten wir Sie Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten sowie die Website Ihrer Arbeiten an office@produzentengalerie.wien zu schicken.

 

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