Fabryka Povydla / Jam Factory


Stephan Rindler

Die Ausstellung des Fotografen und Architekten Stephan Rindler widmet sich der kuriosen Schönheit der Vergänglichkeit. Präsentiert werden die heruntergekommenen Räume der ehemaligen K&K Schnapsfabrik in Lviv/ Lemberg, Ukraine, die ca. 1890 errichtet, und die nach dem zweiten Weltkrieg in eine Marmeladenfabrik umgewandelt worden ist. Seit Beginn der 90er Jahre haben die Räumlichkeiten ein neues Leben durch die Avantgarde- und Underground- Kunstszene als inoffizieller Ort für Installationen und Events bekommen. Das Ergebnis ist eine allumfassende, fragile und skurrile Schönheit, eine Ästhetik des verlassenen Raums. Die Bilder zeigen die verlassenen Räume der Künstler vor dem Umbau zu einem multikulturellen Zentrum. Das zurückgelassene Mobiliar und die Spuren der intensiven Nutzung von verschiedensten, sich überlagernden Kunst-Aktionen sind als Reminiszenzen in den Räumen deutlich spürbar. Das Arrangement der verbliebenen Gegenstände; als wäre das Haus gestern noch bewohnt und benutzt worden; als hätten die Benutzer plötzlich flüchten müssen; eine Geschichte ohne Erzählung. Ähnlich der Verlassenschaft eines Verstorbenen, welche Rückschlüsse auf sein vergangenes Leben zulässt, wird die Vergangenheit der Räume zu einer persönlichen Interpretation durch den Betrachter. Die poetische Komponente dieser Wahrnehmung ist geprägt von Schmerz und Erinnerung als Teile eines melancholischen Gefühlsteppichs. Das Vergangene dargestellt durch den verbliebenen Rest; ein mangelhafter Torso ohne handlungsfähige Gliedmaßen. Das kümmerliche Verlassene beschreibt das Ehemalige in Dimension und Qualität. Das ist die ästhetische Sprache des Raums: Der Zustand der verlassenen Seele.

Vernissage
15. November um 19:00 Uhr

Dauer der Ausstellung
16.11.2016 – 01.12.2016

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag 12:00 bis 18:00 Uhr
Samstag 11:00 bis 17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

 

im Rahmen von     vienna-art-week-logo