“Lemberg 2018 – Eine Video-Installation von Wolf Werdigier”

 

Kaum eine Stadt ist so sehr Projektionsflache von Träumen, Überhöhungen und Traumatisierungen wie Lemberg. Für die einen ist Lemberg die Stadt der k&k Hochkultur, der Schriftsteller und Philosophen wie Bruno Schulz, Josef Roth, Sholem Aleichem. Und wir identifizieren uns mit deren geistigen Leistungen. Für die Anderen ist Lemberg die Stadt des Zusammenlebens vieler Völker, Polen, Juden, Armenier und Deutschsprachiger. Für andere wiederum ist Lemberg die Beruhigung des Schamgefühls, Überlebende des Grauens der Nationalsozialisten zu sein. Lemberg ist auch die Stadt des großen vaterländischen Krieges, des Sieges der Sowjetarmee über die NS-Armee, es ist auch die Stadt der falschen Propaganda Stalins und der Vertreibungen, ebenso wie des Erwachens während des Euromaidan. Lemberg ist auch die Stadt, aus der noch immer Soldaten im Krieg gegen Russland sterben. Und Lemberg ist eine fröhliche, aufstrebende Stadt.

Jeder von uns hat den einen oder anderen Anteil an der Geschichte und obwohl Lemberg nicht Wien ist, sind diese Anteile so ähnlich.

Im Rahmen dieses Projektes führte ich eine Reihe von Einzelinterviews durch über die Herkunft der Familien, sowie einige Workshops über Träume und den unbewussten Assoziationen. Hierüber gibt es nun in der Produzentengalerie Wien eine Serie von Bildern, sowie eine 45-Minuten Video-Installation. Diese Video-Installation ist auch am 19. und 20. Juli im Stanislaw Lem Kulturzentrum in Lemberg zu sehen.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen!
Liebe Grüße,
Wolf Werdigier